Jährlich wird im Dezember der Ballon d’Or verliehen. Bis zum Jahre 2017 noch im Namen der FIFA, nun nur noch von der französischen Zeitschrift France Football. Die FIFA kümmert sich um ihren eigenen Award – „The Best“, seines Zeichens der Preis, den sich Luka Modric vor einigen Monaten in die Vitrine stellen durfte. Über den Sieger stimmen stets 180 renommierte Journalisten ab. Nicht zuletzt deswegen hatte dieser Preis immerzu ein hohes Ansehen.

Seit 2008 ging der Preis jedes Jahr entweder an Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo. Doch dieses Jahr hat Luka Modric die 10-jährige Dynastie der beiden Spieler gebrochen. Er gewann mit den Königlichen – ebenso wie Cristiano Ronaldo – die Champions League zum dritten Mal in Folge und erreichte zudem das Finale der Weltmeisterschaft. Dort mussten sich seine Kroaten den überlegenen Franzosen geschlagen geben. Im Gedächtnis blieb allen voran die blitzsaubere Leistung Modrics gegen Lionel Messis Argentinier in der Gruppenphase. Dort gewann Kroatien mit 3-0.

Luka Modric und der Ballon d’Or – eine faire Wahl?

Um diese Frage zu beantworten bietet es sich an den Preisträger Luka Modric mit den beiden Dauersiegern der Trophäe, Cristiano Ronaldo und Lionel Messi zu Vergleichen. Natürlich haben auch ein Kylian M’Bappé, Antoine Griezmann oder Raphael Varane tolle Erfolge auf Vereins- und Nationalmannschaftseben erzielt, aber zu Anschauungszwecken bieten sich eben die beiden designierten Weltfußballer an.

Und statistisch gesehen hat Luka Modric deutlich das Nachsehen. Zur Erklärung: Der Ballon d’Or gebührt dem besten Spieler des Kalenderjahres, nicht der Saison. Auf Vereinsebene gelangen Luka Modric im Kalenderjahr 2018 insgesamt drei Tore und neun Vorlagen. Dazu kommen zwei Tore und eine Vorlage bei der WM. Folglich stehen bei Luka Modric fünf Tore und zehn Vorlagen zu Buche. Dazu eben die gewonnene Champions League und ein WM-Finale.

Cristiano Ronaldo dagegen hat für Juventus Turin und Real Madrid im gleichen Zeitraum 39 Tore erzielt und 12 Vorlagen gespielt. Für seine Verhältnisse spielte er also ein eher schwaches Jahr, wobei diese Zahlen für nahezu jeden Fußballer fantastisch wären. Dazu erzielte er bei der WM noch weitere vier Tore für Portugal. Der einzige Titel den Ronaldo im Jahre 2018 gewinnen konnte war die UEFA Champions League.

Lionel Messi, der dritte im Bunde, erzielte für den FC Barcelona in diesem Jahr 41 Tore und steuerte dazu noch 20 Vorlagen bei. Dazu kommen noch ein Tor und zwei Vorlagen bei der WM dieses Jahr. Trophäen gab es die der spanischen Liga, die der Copa del Rey sowie den spanischen Supercup.

Ronaldo und Messi noch immer das Maß aller Dinge

In Anbetracht dieser Fakten muss man objektiv gestehen, dass Luka Modric diesen Preis schlichtweg nicht verdient hat. Nicht, weil er trotz herbstlichen Formeinbruch kein ordentliches Jahr gespielt hat. Sondern einfach, weil die Ära Ronaldo-Messi noch nicht ihr Ende gefunden hat. Möglicherweise waren die Journalisten müde, zum elften Mal in Folge den Preis an den Portugiesen respektive Argentinier zu verliehen.

Doch Luka Modric war trotz seiner Erfolge dieses Jahr nicht die gerechte Wahl. Sein Spielstil ist fantastisch, nahezu dichterisch schön. Trotzdem spielte er für seine Verhältnisse ein eher unterdurchschnittliches Jahr. Vermutlich ist es der kräftezehrenden und langen WM zu verschulden, dass der kroatische Mozart in dieser Saison weit unter seinen Möglichkeiten spielt. Man vermisst die Gedankenschnelligkeit sowie die kleinen Geniestreiche, die den Kroaten doch eigentlich so auszeichnen. Als Madridista bleibt nur zu hoffen, dass er möglichst schnell wieder zu alter Stärke findet – wie der Rest des Teams.

Man kann Luka Modric nur gratulieren, dennoch muss man sich vor Augen führen, dass Lionel Messi die meisten Scorerpunkte hatte und Cristiano Ronaldo den fünften CL-Triumph seiner Karriere feiern durfte – in einer eher mäßigen Saison. Luka Modric ist mit seinen 33 Jahren einer der besten Fußballer der Welt – doch war er wirklich die richtige Wahl?

Du hast Interesse daran, für EqupioBlanco.de zu schreiben? Bewirb dich für einen Job in unserer Redaktion.

Hinterlasse einen Kommentar - Hier anmelden

Benachrichtige mich zu:
avatar
5000
Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Marcos
Mitglied

„doch war er wirklich die richtige Wahl?“ Die gleiche Frage hätte sich gestellt, wenn es Ronaldo, Messi oder Griezmann geworden wäre.

Pirlo
Mitglied

„doch war er wirklich die richtige Wahl?“
Die gleiche Frage wie am Ende stellt der Artikel auch am Anfang…

VizzyViews
Mitglied

Für mich auch absolut unverständlich.
Allein die Tatsache dass Griezman und Mbappe vor Messi sind…