Nach zwei Niederlagen in Folge ist Real Madrid zurück auf der Siegerstraße. Das 3:0 über Las Palmas liest sich auf dem Papier wie ein absolut souveräner Sieg. Wer das Spiel allerdings in seiner Gänze mitverfolgt hat, wird sich von dem blanken Ergebnis wohl nicht unbedingt täuschen lassen. Der Abend im Bernabéu kann als Paradebeispiel die Unterschiede zwischen der letzten und der diesjährigen Saison sehr gut aufzeigen.

Real Madrid ohne Trotzreaktion in der Anfangsphase

Das Spiel war bis zum Führungstreffer durch Casemiro alles andere als ein Augenschmaus. Und auch wenn die Königlichen in Person von Karim Benzema bereits zwei mal in Führung hätten gehen müssen, so war es vor allem die Offensive, die Stirnrunzeln bereitete. Kaum klare Torchancen konnten erspielt werden. Viele, unnötige Fehlpässe schlichen sich ein und das Team sah aus wie ein Haufen Individualisten, die jeder für sich ihr Glück versuchten, aber selten etwas gemeinsam fabrizieren konnten.

Ein Standard und eine individuelle glanzleistung machen den Unterschied

Es war letztendlich wenig verwunderlich, dass auch die entscheidenden Tore wenig mit tollem Teamwork als mit individueller Klasse zu tun hatten. Beim Führungstreffer steht Casemiro nach einem unglücklich verlängerten Eckball genau richtig. Asensios Granate zum 2:0 ging ebenfalls ein Freißtoß aus dem Halbfeld voraus. Die Chancen aus dem Spiel waren selten zwingend oder wurden fahrlässig liegen gelassen. Erst nach dem 2:0 und den daraus resultierenden, größeren Räumen kam man so langsam in Fahrt und schloss einen genial kombinierten, schnellen Konterstoß eiskalt zum 3:0 ab.

Klare Parallelen zur erfolgreichen Vorsaison erkennbar

War dieser Sieg nun ein Weg aus der Krise? Vor allem spielerisch und mental musste sich das Team ja einiges an Kritik gefallen lassen. Aber war dies alles in der letzten Saison so deutlich anders? Auch da hatte man vor allem mit den vermeintlich „kleinen“, tief stehenden Gegnern oft große Probleme. Auch damals war es nicht wirklich wichtig, ob man nun zuhause oder auswärts ran musste. Es gab jedoch einen gravierenden Unterschied, der gestern seit einiger Zeit wieder zum Vorschein kam.

in den Notwendigen Momenten, konnte das Team sich immer auf jemanden verlassen

Es wirkte in der Meistersaison 2016/17 fast schon magisch, welch unglaubliche, mentale Stärke Zinédine Zidane dem Team einhauchen konnte. Es schien egal, ob man in Minute 80 noch mit 1:0 zurück lag. Das Team machte einfach weiter und glaubte an sich und seine Klasse. Und tatsächlich war es dann in gefühlt 90 Prozent der Fälle so, dass ein Sergio Ramos noch einen Eckball verwertete, Cristiano Ronaldo genau im entscheidenden Moment an der richtigen Stelle stand oder Álvaro Morata doch noch eine der vielen Flanken über die Linie brachte.

Fehlt es schlicht an spielerischer Qualität in der Breite?

Einige der Spieler, die für diese Momente gesorgt haben, sind in dieser Saison nicht mehr dabei. Ob dieser, individuelle Qualitätsverlust mit den Problemen dieser Saison verbunden ist? Darüber kann man nur mutmaßen. Klar scheint jedoch eines: Die Probleme in „kleinen“ Partien (in den vermeintlich „großen“ Partien hat das Team beinahe immer starke Leistungen abgeliefert) für Zidanes Real Madrid gab es seit Beginn seiner Ära und sind somit nichts vollkommen neues.

Entweder das „Alte“ System funktioniert wieder, oder man wird kreativ

Will man hier wieder in die Spur finden, so muss man sich wohl auch auf das konzentrieren, was bereits funktioniert hat. Standards müssen wieder zur Waffe werden. Frühe Tore können den gegnerischen Matchplan über den Haufen werfen. Und der eiserne, unbändige Wille der Königlichen muss wieder deutlicher zu spüren sein. Doch kann man das so einfach wieder reaktivieren? Oder ist es doch eine spielerische Lösung, die in solchen Spielen eher konstanten Erfolg bringen könnte?

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