Es gibt Spieler, die sind quasi nie verletzt und stehen immer zur Verfügung. Nacho Fernández ist sicherlich ein Extrembeispiel, denn der vielseitige Abwehrspieler verpasste in seiner gesamten Profikarriere bei Real Madrid noch nie eine Partie verletzt. Jesús Vallejo ist leider keiner dieser Spieler. Der junge Innenverteidiger ist eigentlich eines der größten Talente Spaniens, kommt bei Real Madrid aber bislang aufgrund seiner Verletzungsprobleme nicht so richtig zum Zug.

Debüt mit Platzverweis erst Ende Oktober

Seine ersten Pflichtspielminuten bekam er spät im Oktober beim Pokalspiel gegen Fuenlabrada. Eine gute Leistung wurde dabei von seinem späten Platzverweis getrübt, wodurch er das Rückspiel – und damit wichtige Einsatzminuten – verpasst. Dass dieser Platzverweis aber überhaupt so schwer wiegt, liegt eher daran, dass für Vallejo die Saison über zwei Monate nach Start erst so richtig begann.

In einer aktuell schwierigen Phase für den Verein mit Verletzungen in der Abwehr (Dani Carvajal, Marcelo, Theo und Varane sind/waren alle für einige Zeit außer Gefecht) hätte Vallejo bereits deutlich mehr Einsätze bekommen und sein Talent unter Beweis stellen können. Hatte der U-Nationalspieler nur Pech oder steckt da eine Systematik dahinter?

Verletzungshistorie mit einigen Muskelproblemen

Nach seiner Verpflichtung 2015 war Vallejo an zwei Vereine verliehen, Real Zaragoza und Eintracht Frankfurt. Insbesondere bei der Eintracht überzeugte er dann auf ganzer Linie, so dass ihm die Nachfolge von Pepe in Madrid anvertraut wurde. In diesen zwei Jahren war jedoch bereits ein ähnliches Muster wie aktuell zu erkennen. Bei Zaragoza waren es drei Verletzungen und 16 Spiele, in denen er fehlte. In Frankfurt dann bei vier Verletzungen „nur“ 11 Partien.

7 Verletzungen und 6-mal war die Muskulatur im Oberschenkel oder Wadenbein betroffen.

Es ist nun kein Kunstwerk zu erraten, weswegen Vallejo bei Real Madrid bislang nicht zum Zug kam. Seit seiner Rückkehr im Sommer verpasste er mit zwei Muskelverletzungen insgesamt 8 Spiele der Königlichen. Tatsächlich sind es sogar noch mehr Partien, da ihm durch die Ausfälle keine Gelegenheit blieb, um sich mal in den Kader zu spielen oder mehr als nur einen Bankplatz zu ergattern.

Vallejo muss aufpassen nicht in Vergessenheit zu geraten

Was bleibt also als Fazit? Real Madrid hat mit der Nummer drei einen hochtalentierten, aber auch verletzungsanfälligen Innenverteidiger für die Zukunft. Im Fußball wird aber schnell vergessen. Noch haben viele Fans noch die starken Leistungen der Vorsaison im Kopf, aber wenn er nicht bald Fuß fasst in Madrid, kann er auch schnell mal wieder durch den nächsten Shooting-Star ersetzt werden. Das kann er nur verhindern, wenn er endlich mal eine Zeit fit bleibt.

Ein „Dauerverletzter“ ist er nicht, denn sonst hätte Vallejo nicht 20 bzw. 27 Pflichtspiele in den beiden vorherigen Saisons gespielt. Dennoch scheint er durchaus anfällig für Muskelverletzungen zu sein – was keine Schande ist. Es bleibt zu beobachten, ob man diese Probleme mit Ernährung und gezieltem Training versucht zu verringern. Ob es dann auch wirklich mit der Fitness klappt, hängt am Ende dann immer noch ein wenig vom Glück ab. Zu wünschen wäre es ihm, Real Madrid und allen Fans der Königlichen auf jeden Fall.

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