Danilo war in Madrid nie ein Liebling der Massen. Dennoch gab es in diesem Sommer einige kritische Stimmen als der Brasilianer für 30 Millionen Euro nach Manchester verkauft wurde. Eigentlich hätten alle froh sein können, dass das Missverständnis ohne große finanzielle Verluste beendet wurde. Stattdessen fragte man sich aber: Wer ersetzt nun Dani Carvajal?

Achraf, wer? Zidane befördert Hakimi einfach direkt

28 Ligaspiele und 8 Vorlagen für die Castilla: Dass Hakimi besonders offensiv ein Toptalent ist, wurde in Madrid von niemandem bezweifelt. (Zum Vergleich: Carvajal gab in der Vorsaison in 23 Ligaspielen 5 Vorlagen.) Auch deswegen konnte er die Saisonvorbereitung mit der ersten Mannschaft absolvieren. Es wäre eine Option gewesen, den 18-jährigen Rechtsverteidiger für Spielpraxis innerhalb der spanischen Liga zu verleihen.

Stattdessen durfte er dank Danilos Abgang aber direkt in die erste Mannschaft. Ein Weg, der zuletzt 2013 erfolgreich von Nacho bestritten wurde. Eigentlich ein positives Zeichen! Lange vorbei sind die Zeiten als Carvajal noch den Umweg über Leverkusen gehen musste, obwohl die erste Mannschaft nach einem offensivstarken Rechtsverteidiger schrie. Dennoch blieben Zweifel daran, ob der junge Marokkaner nicht doch nur eine „Alibi-Rolle“ spielt und der Großteil der Partien von Carvajal oder Nacho absolviert werden muss.

Befürchtungen werden nicht wahr: Achraf fügt sich problemlos ein

Zu Beginn schien Danilo wirklich vermisst zu werden. Carvajal spielte die ersten 11 Pflichtspiele der Saison alle komplett durch und kam auf fast 1000 Minuten Spielzeit am Stück. Nach seiner Viruserkrankung schien dann der Worst Case eingetroffen: Achraf wurde ins kalte Wasse geworfen. In dieser Lage bewies er für einige überraschend, dass Zidane nicht nur aus Verlegenheit auf ihn setzt.

Seit dem Ausfalls Carvajals startete er mit Ausnahme einer Pause gegen Eibar jedes Spiel und ließ sich kaum anmerken, dass er mit einem Jahr Abstand der jüngste Spieler im Kader ist. Insbesondere in seiner bislang größten Partie gegen die Tottenham Hotspurs überzeugte der Rechtsverteidiger mit seinem Offensivdrang. Besser hätte es Danilo in den letzten Wochen wohl auch nicht gemacht.

Körperliche Defizite und leichte technische Probleme sind noch da

Achraf ist schnell, hat das Selbstbewusstsein, um offensiv zu spielen und steht defensiv stabil. Perfekt ist der bald 19-jährige aber natürlich noch nicht. Im Vergleich zu seinem Teamkollegen – insbesondere den Außenverteidigern – wirkt er noch etwas schmächtig und könnte noch mehr an Masse zulegen, um auch stärkere Gegenspieler besser im Griff zu haben.

Bei allem Offensivdrang wirkt er zudem noch etwas „ineffektiv“. Seine Flanken finden zu oft keinen Abnehmer, weil er zuweilen nicht aus idealen Situationen zum Abspiel kommt. Das liegt auch daran, dass seine Ballannahmen nicht immer zu hundert Prozent sauber sind. Dieses Leid teilt er sich aber etwa mit Theo Hernández, der ein millionenschwerer Neuzugang ist. Für den Moment gibt es trotz kleinerer Schwächen keinen Grund, Danilo nachzutrauern – und das ist bereits ein großartiger Verdienst für den jungen Achraf.

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