Unglaublich aber wahr: Real Madrid verliert gegen Girona in Katalonien mit 2:1 und verspielt damit große Möglichkeiten, bei der Meisterschaft mitzureden, bereits Ende Oktober. Die Saison ist lang und alles noch möglich, dennoch kann man das erste Drittel der Saison nun getrost als gescheitert bezeichnen. Dabei zeigten die Blancos gegen Girona jene Probleme, die das Team schon seit Jahren verfolgen und periodisch immer wieder auftreten. Man lässt nach einer Führung nach und nutzt die Dominanz nicht, um den Sack zu zu machen.

Girona begann bissig und aggressiv

Die Gastgeber hatten die Madrilenen teilweise im Griff und trafen sogar zwei Mal das Aluminium. Das 1:0 durch die Blancos gelang nur aufgrund eines Torwartfehlers der Gastgeber und dem Abstauber von Isco. Richtig aus dem Spiel heraus gelang dem Meister eigentlich gar nichts. Die wenigen Chancen wurden entweder von Ronaldo oder Benzema vergeben.

Real Madrid scheitert in der Kernphase des Spiels

Besonders nach diesem 1:0 war es die zentrale Frage, wie die Königlichen versuchen würden, diese Führung endlich zu einem Vorteil auf dem Rasen zu machen. Gerade gegen so ein aggressives und angreifendes Team wie jenes des Aufsteigers, war die Führung ein Segen. Man hätte ruhig und konzentriert hinten drin stehen können und den Gegner kommen lassen.

Konterchancen wären en masse entstanden, die man im Raum komfortabel endlich auch zu Chancen hätte ummünzen können. Doch die Blancos waren behäbig. Die Chancen kamen nicht wie erwartet, nichts lief wie geplant. Die Konter wurden teils fahrig und unkonzentriert vorgetragen. Pässe wurden in den Rücken gespielt, Dribblings vertändelnd und Schüsse ungenau abgeschlossen. Die Zeit verstrich und das Momentum war verloren.

Girona glaubt weiterhin an sich und belohnt sich

In der zweiten Halbzeit waren die Blancos wie schon so oft dann nicht mit dem Elan aus der Kabine gekommen, der notwendig gewesen wäre, um sich auf den Level an Intensität und Aggressivität zu hieven, den die Katalanen an den Tag legten. Das Resultat war weiterhin ein Girona, das immer wieder anlief. Nach den beiden glücklosen Aluminiumtreffern, war es dann ein Dribbling und Ping-Pong Ball von Nachos Stelzen, der den Katalanen den Ausgleich bescherte. Das irreguläre 2:1 aus einem Abseits heraus, tat das übrige zu dem verhexen Nachmittag kurz vor Halloween.

Zidane erkennt ein japanisches Gen in sich und geht komplett „Kamikaze“

Was dann passiert ist schwer in Worte zu fassen. Zinedine Zidane geht auf Hipster-Level eines Pep Guardiolas und wechselt gleich beide Außenverteidiger aus, um offensiver zu werden. Es resultierte eine Dreierkette aus Ramos, Nacho und Casemiro. Vor ihr sollte ausgerechnet der horizontale und „Radius-verkürzte“ Toni Kroos als Solo-DM abräumen, während Modric und Isco die Fäden zogen.

Die Flügel waren nun mit Asensio links und Vazquez rechts besetzt. Diese beiden sollten für 100 Mio. Flanken ins Zentrum sorgen. Dort war wohl die Idee, dass Ronaldo und Benzema aufgrund ihrerer individuellen Klasse diese Flanken auch ins Tor befördern. Wenig verwunderlich, funktionierte diese Ausrichtung nicht und man lief am Ende Ideen- und Glücklos gegen die katalanische Wand an. Der Hebel an Intensität war allerdings sofort zu spüren. Man legte ihn einfach zu spät um.

Das erzeugt nun natürlich die Frage, die sich jeder Madridista zu stellen scheint: „Und wieso war der Hebel nicht schon früher unten?“ In der Tat wirkte man besonders nach dem 1:0 zu entspannt und brachte den Gegner ins Spiel. Am Ende lässt Real Madrid 3 wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft liegen und hängt ein weiters Spiel an die unrühmliche Serie an, die man selbst vergeigte.

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