Seit dem fulminanten Saisonstart, mit den Siegen gegen Manchester United und dem FC Barcelona, scheint bei Real Madrid der Hunger abhanden gekommen zu sein. Die Königlichen legten den schwächsten Heimstart in der Liga seit Jahren hin und haben die enttäuschende Form nun auch in Katalonien gegen Girona bestätigt. Zinedine Zidane könnte nun erstmalig mit Druck von der spanischen Presse konfrontiert werden. Seine Mannschaft setzt seine Ideen bereits seit Wochen nicht wie erwünscht um.

Die Katalanen wurden „unterschätzt“

Eigentlich hat Real Madrid bereits seit Jahren seine Schwierigkeiten, wenn es zu Duellen gegen „kleinere“ Teams geht. Die deutlich schwächeren Gegner laufen auch mit Intensität, mit Herz und dem Willen auf, die „Königlichen“ zu überrennen und aus dem Stadion zu fegen. So auch Girona, an jenem Sonntagnachmittag, an dem der vermutlich größte Sieg der Vereinsgeschichte eingefahren wurde. Aber was hat Real Madrid erwartet? Die politische Lage in Katalonien ist angespannt. Fans, die keine Tickets hatten, durften gegen die Blancos nicht einmal in die Nähe des kleinen Stadions.

Dafür waren die anwesenden katalanischen Anhänger umso motivierter, umso hitziger und leidenschaftlicher. Ähnlich wie ihre Mannschaft, die von der ersten Minute an die Blancos aus Madrid dominierte. Nach einem Pfostentreffer der Heimelf war es der einzige gelungene Konter, der Real Madrid die frühe und wichtige Führung bescherte. Der Dosenöffner? Fehlanzeige. Im Anschluss an das Tor der Königliche folgte auch der zweite Aluminiumtreffer von Girona. Ein Weckruf für den amtierenden Meister und Champions League Sieger? Von wegen.

Fehlt der Spirit, werden die Schwächen erkennbar

Real Madrid hat Probleme, sobald ein Gegner hoch presst und die Abwehr unter Druck setzt. Das ist kein Geheimnis. Aber es ist auch kein Geheimnis, dass Real Madrid diese Probleme seit Jahren mit individueller Klasse und einer weiteren Eigenschaft kaschiert – zumindest unter Zinedine Zidane. Mit Spirit! Nicht ohne Grund sprachen viele in der vergangene Saison schon von einem neuen „Spirit des Sergio Ramos“, wie ihn einst Juanito Maravilla bei den Blancos prägte.

Fehlt dieser Spirit bei der Mannschaft von „Zizou“, dann werden eklatante Schwächen im Spiel des weißen Balletts erkennbar. Und ja, nach einer Niederlage dieser Art „lässt sich leicht reden.“ Aber man muss auch als Madridista eingestehen, dass Real Madrid überraschend große Missstände aufweist, wenn es darum geht, einen tiefstehenden Gegner zu knacken. Wenn man dann auch noch blind Flanken schlägt und hofft, dass Cristiano Ronaldo mit seiner goldenen Stirn einnetzt, dann sollte man vielleicht künftig in der Premier League spielen. Das soll kein „schlecht machen“ der englischen Liga sein, aber dort gehören ideenlose Flanken nun mal zum Liga-Fußball-Alltag – ähnlich wie bei Real Madrid.

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