Gareth Bale musste sich in den letzten Wochen wohl mit mehr Kritik auseinandersetzen, als dies in seiner bisherigen Zeit in Madrid jemals der Fall war. „Unsichtbar“ oder „abgetaucht“ sind zwei jener Beschreibungen, die man in diesem Zusammenhang immer wieder zu lesen bekam. Dass er vom abtauchen aber noch nicht vollkommen auf den Boden gesunken ist, zeigte er beim gestrigen Spiel in Dortmund eindrücklich.

Dortmunds hohes Pressing als „Geschenk“ für Bale

„Bei Madrid haben wir viel Ballbesitz und in der offensiven Hälfte ist nicht der Platz, um hinein zu laufen. Es geht mehr darum, den Ballbesitz zu halten und Doppelpässe zu spielen. In der Premier League kannst du das bessere Team sein und trotzdem verlieren, weil es so schnell hin und her geht.“ – Mit diesen Aussagen gegenüber der „Daily Mail“ beschrieb Gareth Bale wohl indirekt auch seine größte Schwierigkeit in Spanien.

Die Gegner verteidigen meist extrem tief und ziehen eine Mauer vor dem eigenen Sechzehner auf, die kaum Räume zur Entfaltung frei gibt. Doch genau darin liegt die größte Stärke des Briten. Räume zu erkennen, zu belaufen und auszunutzen. Das Spiel gegen Borussia Dortmund lieferte das perfekte Beispiel. Dortmund hielt an ihrer Taktik in der Bundesliga eisern fest, presste hoch und aggressiv und gab hinter den Abwehrreihen Räume frei. Ein wahrlicher Segen für das Spiel des Speedsters.

Am Ende des Tages stehen neben einem Traumvolley und einem Assist noch viele weitere, auffälige Aktionen auf der Haben-Seite von Gareth Bale. Unsichtbar? Abgetaucht? Auf keinen Fall. Muss nun auch die Kritik am Waliser verstummen?

Leistung in La Liga wird entscheidend sein

Zunächst muss festgehalten werden, dass die Performance in Dortmund ein absoluter Lichtblick war. Denn auch wenn Bale bereits gegen Real Sociedad über den gebotenen Raum erfolgreich war, so war das Spiel in Dortmund wohl das erste, wirklich zufriedenstellende Spiel des Superstars in dieser Saison. Und es muss klar festgehalten werden, dass ihm die Spielweise des Gegners sehr entgegen kam. Leider wird dies, vor allem in La Liga, nur noch sehr selten der Fall sein.

Real Madrid muss im Großteil seiner Spiele mit wenig Raum auskommen und diesen zunächst einmal generieren. Phasenweise hat Real Madrids Nummer 11 bereits gezeigt, dass er auch in diesen Spielen ein wichtiger Faktor sein kann und sein Spiel definitiv angepasst hat. Vor allem seine Verletzungen verhinderten aber, diesen Eindruck konstant und bleibend vermitteln zu können. Zu oft drängt sich der Eindruck eines Fremdkörpers auf dem Feld auf. Das Spiel in Dortmund war aber auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Es müssen aber noch weitere, vermutlich schwerer zu tätigende Schritte folgen.

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