Die Zeichen der Zeit erkennt man auch bei Cristiano Ronaldo. Der Weltfußballer ist dieses Jahr wieder der absolute Schlüsselspieler bei den Blancos. Nachdem Karim Benzema verletzt ausfällt, Gareth Bale trotz seines Traumtores kürzlich seine Form sucht und im Kader sonst ein echter Knipser vergeblich gesucht wird, ist es wieder einmal Cristiano Ronaldo auf dem alle Hoffnungen liegen.

Paradox, dass gerade er gegen Real Betis Sevilla einige Chancen vergab und so der Weltrekord von 73. Spiele in Folge mit mindestens einem Tor beendet wurde. In Madrid wurde der Start fast schon verpatzt. Nicht wenige sahen nach dem Abgang von Álvaro Morata zum FC Chelsea Handlungsbedarf im Sturm. Eine andere Fraktion wiederum sieht aber genau Cristiano Ronaldo in dieser Sturmposition. Gegen Deportivo Alavés war es dann soweit, wie man es erwarten konnte. Karim Benzema fehlte und Ronaldo war wieder einsatzberechtigt. Mit dem Überangebot an Mittelfeldspielern, ist es nicht verwunderlich, dass Zinedine Zidane den Portugiesen ins Zentrum beorderte.

Kann Ronaldo sich dort überhaupt entfalten?

Was die beste Rolle von Ronaldo am Rasen ist, spaltet die Fanlager. Auch wenn Ronaldo nominell immer als Linksaußen startete, so hatte er meist die Rolle eines zentralen Stürmers inne. Nach hinten wurde kaum bis gar nicht gearbeitet. Im defensiven 4-4-2 ist er ohnehin linker Stürmer und auch in der Offensive wartet Ronaldo gerne mal im 16er auf den Ball am Silbertablett. Die Zeiten, in denen er konstant von außen nach innen zog, mit Ball am Fuß, zwei Spieler aussteigen ließ und dann ins lange Eck abzog, scheinen vorbei – oder doch nicht?

Weiterhin genießt es Ronaldo aber eine absolute Freirolle zu haben. In der Offensive sucht er stetig den Weg in alle Löcher, die sich auftun. Eine gebundene Rolle zu haben, scheint ihn zu hemmen. Vor allem aber scheint es ihn zu nerven. Auch gegen Deportivo Alavés gestikulierte die Nummer 7 teils wild, weil er nicht die Bälle bekam, die er sich wünschen würde. Besonders die U-Formation der Madrilenen macht ihm hierbei durchaus zu schaffen. Auf dem linken Flügel hatte er oftmals seine Phasen, bei denen er zumindest einen Ballkontakt verzeichnen konnte und dann 5 Meter ablegt. Im Sturmzentrum fehlen ihm teilweise auch diese Ballkontakte um warm zu bleiben. Zu oft muss er mit dem Rücken zum Tor den anderen beim Spielen zusehen.

In der U-Formation spielt sich Real Madrid grundsätzlich um den 16er von einem Flügel zum anderen und versucht in „Handball-Manier“ die Lücke zu suchen. In der Realität findet sich diese aber kaum und am Ende wird eine Flanke als Mittel gesucht. Da wirkt Cristiano Ronaldo im Zentrum genau wie der richtige Mann, dem man das Leder an die Stirn zirkeln möchte, doch so richtig aufgehen wollte das bislang noch nicht. Auch gegen Alavés konnte Ronaldo zentral kaum eine Chance verzeichnen. Just die Szene auf dem rechten Flügel, als er doch mal wieder nach innen zog und mit links an die Stange abzog, versetzte wohl viele Fans zurück in längst vergangene Tage.

Es soll auch einfach nicht sein

Insgesamt ist es aber noch zu früh um zu attestieren, ob diese Rolle für Ronaldo brauchbar ist, wenn Benzema fehlt. Denn der Portugiese hat – wie man in Fachkreisen sagt – „Scheiße am Schuh“. Die Kugel will gerade auch einfach nicht im Netz zappeln. Egal wo Ronaldo also spielt, er hat seine Chancen in einer Partie und kann in der Regel auch gefährlich werden. Es gibt Spiele, da gehen unmögliche Dinger rein und in anderen vergibt man aus 6 Metern oder der Pfosten will nicht mitspielen.

Wenn die Tore wieder wie Ketchup aus der Tube schießen, dann wird vielleicht auch Ronaldo sich langsam mit dieser zweiten Backup-Rolle zufrieden geben. Egal wer im Sturm spielt, er benötigt auch gute Bälle – sei es Benzema, Mayoral oder Ronaldo. Das Team muss seine Inspiration und Leichtigkeit wiederfinden, damit nicht immer alle Last auf dem Weltfußballer abgeladen wird.

Werde Teil des weißen Teams! Melde dich bei EquipoBlanco an: Registrieren

Hinterlasse einen Kommentar - Hier anmelden

Benachrichtige mich zu:
avatar
5000