Eigentlich kann Real Madrid mit dem Transfersommer zufrieden sein. Man hat einen ordentlichen Profit gemacht und dabei einige unzufriedene Spieler abgegeben. Ersetzt wurden diese vor allem durch vielversprechende Talente, die den Kader „gesünder“ machen. Im Sturm wurden mit Álvaro Morata und Mariano zwei Stürmer jedoch lediglich durch Canterano Borja Mayoral ersetzt. Ein Fehler in der Kaderplanung oder doch eine Chance auf eine taktische Weiterentwicklung?

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Real Madrid hat einen Stürmer gegen einen Mittelfeldspieler getauscht

Von der generellen Struktur des Kaders hat sich nicht viel verändert. Weiterhin ist jede Position doppelt besetzt (im Tor ist es die übliche Dreifach-Besetzung). Während in der Vorsaison aber in der Spitze ein dritter Mann im Kader war, gibt es diesen jetzt im Mittelfeld. Mayoral ersetzt also vom Status her Mariano, während Moratas Platz durch Marcos Llorente aufgefüllt wurde. Der Rückkehrer von Alavés ist so ziemlich das Gegenteil eines Stürmers und besetzt stattdessen die lange vakante Position als 1-zu-1-Ersatz von Casemiro im defensiven Mittelfeld.

Das sorgt im Verbund mit der Verpflichtung von Dani Ceballos, der den einzig frei gewordenen Platz durch James besetzt, aber nun für eine Dreifach-Besetzung im Mittelfeld. Im ursprünglichen 4-3-3 wären das theoretisch die Duos Casemiro/Llorente, Modric/Kovacic und Kroos/Ceballos mit Isco als extra Mann. In der Realität kann sich das noch um einiges verschieben, da auch Kovacic bereits als Sechser spielte, aber es bleibt die Tatsache, dass für sechs Rollen sieben Spieler im Kader stehen.

Tausch spricht für einen größeren Mittelfeld-Fokus

Anstatt also den Fokus auf die doppelte Option im Sturm zu setzen, scheint sich Zidane in dieser Saison lieber einen „Joker“ im Mittelfeld aufheben zu wollen. Dafür sprechen auch die Berichte von „MARCA“, wonach Llorente bis zum Deadline-Day über 20 Angebote vorliegen hatte. Der Spieler und der Verein sollen über eine erneute Leihe nachgedacht haben, während Zizou dem Ganzen kategorisch einen Riegel vorgeschoben haben soll.

Das Mittelfeld hat bereits die Champions League-Verteidigung besorgt – Warum also nicht weiter stärken?

Insbesondere nach der Schlussphase der Vorsaison, wo man großen Erfolg mit dem Vierer-Mittelfeld hatte, scheint es also auch der logische Schritt zu sein. Anstatt mit Morata einen Brecher für viele Tore zu haben, will man lieber das Spiel komplett in die Hand nehmen und gar nicht erst in eine Situation kommen, wo ein „Brecher“ im Sturm als Joker notwendig ist. Es wäre eine riskante Maßnahme, aber vielleicht auch eine geplante Weiterentwicklung. Auch nach zwei CL-Titeln in Folge ist Stillstand Gift für den Erfolg. Es wäre also keine Überraschung, wenn man das eigene Spiel verbessern und noch dominanter auftreten wollen würde. Und der Weg zu dieser Dominanz führt vor allem über das Mittelfeld.

Das bedeutet auch nicht direkt, dass sich Zidane nun auf die Raute festlegen will. Im Gegenteil: Die ersten Spiele der Saison deuten auf einen flexiblen Wechsel in. In der Supercopa gegen den FC Barcelona gab es im Hinspiel die Raute und im Bernabéu dann das 4-3-3. Ebenso startete die Ligasaison gegen Depor mit der Raute, bevor gegen Valencia erneut das 4-3-3 zum Einsatz kam.

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