Es ist nicht so, dass Real Madrid keine Clásicos gewinnen würde. Aber bei all den Erfolgen in den letzten vier Jahren – 1x Copa del Rey, 1x La Liga, 3x Champions League und viele weitere „kleine“ Titel – konnte man den FC Barcelona nie wirklich dominieren. Das änderte sich jetzt im Rückspiel der Supercopa endlich, auch wenn es am Ende „nur“ mit 2:0 ausging.

Ballbesitz und weiße Weste symbolisch für die Dominanz

53 zu 47 – die Anteile am Ball waren fast ausgeglichen mit leichtem Vorteil für Real Madrid. Normalerweise keiner Rede wert, aber gegen den FC Barcelona war das eine besondere Leistung. Die Katalanen brüsten sich mit ihrem Ballbesitzspiel und haben diese Statistik in den letzten zehn Jahren kaum verloren. Unvergessen ist die katalanische Medienhysterie nachdem Rayo Vallecano bei einer 0:4 Niederlage gegen Barça mehr Ballbesitz hatte.

Darüber hinaus blieb Real Madrid auch ohne Gegentor. Eine Leistung, die zuletzt im Copa-Finale 2011 glückte, als Cristiano Ronaldo in der Verlängerung zum 1:0 traf. Barça hatte – insbesondere mit Aluminium-Treffern von Lionel Messi und Luis Suárez – mehr als genug Chancen, so ist es nicht. Dennoch war es der Dominanz der Königlichen angemessen, dass man die weiße Weste bewahren und auch minimal mehr Ballbesitz verbuchen konnte.

Offensivspiel und Pressing vom feinsten – der Kader ist weiterhin exzellent

Insbesondere die ersten zehn Minuten waren atemberaubend. Real Madrid nagelte Barcelona quasi in der eigenen Hälfte fest und ließ ihnen kaum eine Verschnaufpause. Belohnt wurde man dieser Phase durch das absolute Traumtor von Marco Asensio. In der Folge war klar, dass es mit dieser Intensität nicht weiter gehen kann. Und dennoch ließ man die Gäste in der gesamten ersten Halbzeit weiterhin chancenlos, erhöhte auf 2:0 und traf sogar noch einmal den Pfosten.

Das vielleicht beste daran? Mit Gareth Bale, Cristiano Ronaldo, Casemiro und Isco fanden sich vier Leute auf der Bank (bzw. Tribüne im Fall des gesperrten Ronaldo) wieder, die normalerweise zur ersten Elf zählen würden. Trotz des Abgangs von Álvaro Morata und James Rodríguez ist die Tiefe im Kader also weiterhin beeindruckend, wie Mateo Kovacic, Lucas Vázquez und Asensio eindrucksvoll bewiesen. Mit dem Gesamtergebnis von 5:1 ging die Mannschaft die zweite Halbzeit dann (leider) lockerer an, so dass das 2:0 nicht weiter ausgebaut werden konnte.

Die Mannschaft gewinnt nicht nur Titel, sondern kann auch attraktiven Fußball spielen

Zinédine Zidane gewinnt Titel, das sollte inzwischen jedem klar sein. 7 Titel und nur 7 Niederlagen in eineinhalb Jahren als Trainer – diese Statistik kennt wohl jeder Madridista. Schönen Fußball spielte die Mannschaft dabei aber nicht immer. Grundlegend für den Meistertitel waren auch viele hart erkämpfte Last Minute-Siege über Flanken und noch mehr Flanken. Das sollte man nicht vergessen. Nach der erfolgreichen Verteidigung der Champions League ist daher jetzt auch eine Mission für Zizou: Das eigene Fußballspiel immer weiter verbessern und noch attraktiver machen! Der Auftakt in diese Saison verspricht bislang viel.

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