Nach James Rodríguez und Fabio Coentrao verkündete Real Madrid mit dem Transfer von Morata den dritten Abgang der Saison. Der Spanier wechselt für die stolz gehandelte Summe von 80 Millionen Euro zum FC Chelsea nach London und wird künftig in der Premier League auf Torjagd gehen. Wirklich überraschend kam der Transfer nicht, dennoch wird sein Abgang alles andere als unbemerkt in der spanischen Hauptstadt bleiben.

Verständliche Entscheidung aus fast jedem Blickwinkel

Legt man den Blick auf die verhandelnden Parteien beim Transfer von Morata, so wirft der Wechsel nur wenige Fragen auf und wirkt absolut nachvollziehbar. Real Madrid scheint weiter auf das Sturmtrio „BBC“ zu setzen und kann dem Spieler somit nicht jene Rolle am Feld gewähren, die dieser sich offensichtlich vorstellt und wohl auch verdient. Mit 80 Millionen Euro ist Morata auch der teuerste Spieler, den Real Madrid je verkauft hat. Also auch finanziell können die königlichen Fans wohl kaum etwas an diesem Transfer aussetzen.

win,win,win – Situation

Der FC Chelsea hat händeringend nach einem Nachfolger für den als schwierigen Typen geltenden Diego Costa gesucht. Morata scheint perfekt in das benötigte Spielerprofil zu passen und zeigte sich in seiner bisherigen Karriere stets als Vorzeigeprofi. Die Engländer müssen wohl lediglich die Höhe der Ablösesumme hinterfragen. 80 Millionen haben die „Blues“ in ihrer bisherigen Vereinshistorie noch nicht für einen Spieler überwiesen.

Que en un futuro nuestros caminos se vuelvan a cruzar. Eres grande mi lobo! Mucha suerte @alvaromorata 😘

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Auch von Seiten des Spielers selbst kann man den Schritt wohl nur nachvollziehen. Der 24-Jährige sprach stets offen über seine Situation und machte wenig Hehl daraus, dass er gerne eine wichtigere Rolle einnehmen würde. Das Team von Antonio Conte greift für ihn tief in die Taschen und zeigt damit direkt, dass man ihm wohl großes Vertrauen und eine zentrale Rolle im Team zutraut.

Durch seine Physis, seinen Willen, Einsatz und seinen Fähigkeiten vor dem Tor scheint er zudem ein passender Spieler für den englischen Fußball zu sein. Auch im Bereich des Gehaltes wird er wohl vom Wechsel profitieren, auch wenn es klar so wirkt, als ob die sportliche Zukunft im Mittelpunkt stand.

Zwei Wermutstropfen beim Transfer von Morata

Trotz der hohen Nachvollziehbarkeit des Transfers muss festgehalten werden, dass die Königlichen mit Morata einen Spieler verloren haben, der in gewissen Punkten nicht einfach ersetzt werden kann. Vor allem zwei Punkte stechen hierbei heraus. Zunächst verliert der gesamte Madridismo eine absolute Identifikationsfigur. Der Stürmer wurde in Madrid geboren, durchlief die Jugendstationen der Blancos, überzeugte am Feld mit Kampfgeist, Einsatz, Leidenschaft und galt zurecht als Publikumsliebling.

morata war cantera-hoffnung nr.1

Zudem gilt er als aufgeschlossener Typ, der immer für einen Spaß zu haben ist und mitverantwortlich für die tolle Stimmung innerhalb des so erfolgreichen Teams der vergangenen Saison war. Es verlieren also nicht nur die Fans einen ihrer Lieblinge und Helden, sondern der Verein auch einen jener Mosaiksteine, der abseits des Rasens viel für die Erfolge des letzten Jahres geleistet hat.

Doch natürlich ist auch die sportliche Komponente zu nennen. Hier entsteht der zweite Wermutstropfen, der wohl als „Luxuslücke“ bezeichnet werden kann. Zinédine Zidane war in der beneidenswerten Situation, neben Karim Benzema einen weiteren Stürmer mit Extraklasse im Kader zu haben und nutzen zu können. Es war genau diese Qualität in der Breite, die wohl vor allem in La Liga einen großen Anteil am Titelgewinn hatte. Ohne Morata steht man nun vor der Entscheidung, wie man diese Luxuslücke schließt?

Von einem neuen Superstar wie Kylian Mbappé, einem gestandenen Stürmer ohne Ambitionen auf einen Stammplatz oder einer internen Lösung stehen viele Optionen offen. Alle haben ihr Für und Wider. Einige davon werden in unserer Community heiß diskutiert: Wie stehst du zur Luxuslücke im Sturm?

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