Real Madrid holt sich mit Dani Ceballos in diesem Sommer bereits das vierte vielversprechende Talent in den Kader. Anders als Theo Hernández, Jesús Vallejo und Marcos Llorente füllt der beste Spieler der abgelaufenen U21-Europameisterschaft aber keine klar vakante Rolle im Kader der Blancos. Zumindest nicht, wenn man nach dem Muster eines 4-3-3 denkt. Könnte seine Verpflichtung also ein Hinweis auf die zukünftige taktische Ausrichtung sein?

Im 4-3-3 ist das Mittelfeld bereits komplett besetzt

Theo ersetzt Fábio Coentrão als Backup von Marcelo, Vallejo übernimmt die Rolle des vierten Innenverteidigers von Pepe und Llorente gibt den bislang nicht vorhandenen Backup für Casemiro. Anders bei seinen Kollegen lässt sich für Ceballos aber keine so klare Rolle benennen. Geht man von drei Mittelfeldpositionen im 4-3-3 aus, dann sind diese bereits durch Casemiro/Llorente, Modric/Kovacic und Kroos/Isco vollkommen besetzt.

Von diesen sechs Spielern wäre aktuell höchstens die Zukunft von Mateo Kovacic oder Llorente fraglich. Kovacic hat allerdings eine tolle Saison hinter sich und gab den Verantwortlichen keinerlei Grund, um an seiner Zukunft in Madrid zu zweifeln. Llorente hingegen wurde noch nicht offiziell bestätigt, jedoch erfüllt er als defensivorientierter Spieler, abgesehen von Casemiro, eine einzigartige Rolle im Kader und erzählte im Interview mit „MARCA“, dass der Verein mit ihm plant.

Frage: Kann man schon sagen, dass du nächste Saison Spieler von Real Madrid bist?

Llorente: „Ja, so hat es mir der Verein mitgeteilt. Sie haben gesagt, dass sie mir vertrauen. Ich weiß, dass bei Real Madrid die besten Spieler der Welt spielen und dass sie eine großartige Saison hinter sich haben. Es wird schwierig, aber ich bin hier, will hart arbeiten und mich aufopfern, um meinen Traum zu erfüllen.“

Deutet Ceballos den endgültigen Wechsel zum 4-3-1-2 an?

Wie passt Ceballos also in dieses Muster? Gar nicht, ganz im Gegensatz dazu, wenn man vom 4-3-1-2 der Saisonschlussphase ausgeht. In diesem Szenario wäre eine zusätzliche Mittelfeldrolle offen, die von Isco/Asensio hinter den Spitzen ausgefüllt werden würde. Das eröffnet für Ceballos im Gegenzug die Rolle im linken zentralen Mittelfeld. Es würde durchaus Sinn ergeben, wenn Zinédine Zidane sich dauerhaft für das „Double-System“ entscheiden würde, welches auch von seinen Mittelfeld-Dirigenten Kroos und Modric bevorzugt wird.

Großes Problem daran: Sitzt wirklich einer aus „BBC“ auf der Bank?

Nominell hätte man auch in der Spitze keine Übersetzung. Mit Cristiano Ronaldo, Gareth Bale, Karim Benzema und Álvaro Morata (oder einem neuen Ersatzstürmer) wären vier Spieler für zwei Positionen da. Lucas Vázquez könnte angesichts der Gerüchte um einen Abgang von Danilo permanent als Rechtsverteidiger eingeplant werden. Dennoch darf man große Zweifel daran haben, ob tatsächlich im Regelfall immer ein Spieler aus „BBC“ auf der Bank Platz nimmt.

Bale könnte natürlich auch hinter den Spitzen agieren. Immerhin war unter Rafa Benítez zu vernehmen, dass sogar seine bevorzugte Position sei. Das wiederum würde die Frage aufwerfen, ob Isco sich mit einer Ersatzrolle zufrieden gibt. Schließlich war seine Rolle im Team ein großes Thema bei den langwierigen Verhandlungen um seine Vertragsverlängerung – ein Dilemma, was möglicherweise in der kommenden Saison immer noch ein großes Thema sein könnte.

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