„Ich habe bereits gesagt, dass ich kurz vor einer Vertragsverlängerung stehe. Ich bin sehr glücklich in Madrid und hoffe, dass ich noch für Jahre dort spielen kann. Nun ist aber erstmal Zeit für Entspannung. Die Saison war sehr lang.“ – Mit diesen Worten beruhigte Isco wohl viele Gemüter des Madridismo bevor er sich in den Urlaub verabschiedete. Währenddessen bestätigte Florentino Pérez nach seiner Wiederwahl zum Präsidenten dann endgültig, dass die Verlängerung nach Iscos Urlaub unter Dach und Fach gebracht wird.

Seit der Verletzung von Gareth Bale hat Isco eine zentrale Rolle bei den Königlichen eingenommen und wird konstant von den heimischen Fans gehuldigt. Eine Gehaltserhöhung und Verlängerung des bis 2018 laufenden Vertrag klingt daher wie eine Selbstverständlichkeit – ist es jedoch keineswegs.

Spielminuten als Knackpunkt – Gehaltserhöhung wohl nicht zentrales Thema

Bei der aktuellen finanziellen Situation der Königlichen und dem Potenzial und Status Iscos kann das Thema Gehalt eigentlich kaum ein Grund sein, warum sich die Verhandlungen so lange hingezogen haben. Zumal der Spieler selbst des Öfteren betont hat, dass dies nicht der wichtigste Punkt in seinen Forderungen sei. Es geht wohl hauptsächlich um Spielminuten. Diese waren in den vergangenen Jahren immer abhängig von anderen.

Isco als Offensiver Feuerwehrmann

Durch seine Vielseitigkeit und die verschiedenen Spielertypen der Blancos war Isco sowas wie der 12. Mann, wenn es um Ausfälle in der Offensive ging. Dabei hat er über unterschiedlichste Wege bereits Kroos, Modric, Bale und selbst Ronaldo oder Benzema ersetzt. Zuletzt war es vor allem die Abstinenz des Walisers Bale, die ihm zu einer festen Rolle in einer Art 4-3-1-2-Formation verholfen hat. Waren alle fit, so wurde er lediglich konstant eingewechselt und rotiert. Eine klare, auf ihn zugeschnittene, Rolle im Team scheint sich nun zwar anzubahnen, allerdings gab es diese bislang nicht wirklich. Mit seinen starken Leistungen hat er sich in eine beneidenswerte Verhandlungsposition gebracht – genug, um einen permanenten Platz einzufordern?

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Stammelf von Zizou wirkt wie einzementiert: Kommt es zum „Duell“ mit Bale?

Natürlich könnte Zinédine Zidane im zentralen Mittelfeld auf einen seiner Spieler verzichten. Nach zwei gewonnen Champions-League Titeln und einer Meisterschaft mit dem Trio Kroos-Modric-Casemiro wirkt dies jedoch alles andere als realistisch. Es müsste wohl tatsächlich zu veränderten Rollen im Sturmtrio „BBC“ kommen, um Isco in die Startelf zu bekommen. Cristiano Ronaldo kann hierbei noch immer als unantastbar gesehen werden. Setzt man tatsächlich verstärkt auf das bereits als funktionstüchtig erwiesene 4-3-1-2 (oder auch 4-4-2), so wirken die Namen Benzema und Bale noch am realistischsten.

Benzema hat sich im Doppelsturm mit Ronaldo bereits bewiesen. Theoretisch könnte aber wohl auch Bale diese Position einnehmen. Der Waliser ist aufgrund der wenigen Minuten, die er verletzungsbedingt in den letzten beiden Jahren spielen konnte, ohnehin leicht angezählt. Zudem ist Benzema als Stürmer ein Spielertyp, der so im Kader kein zweites Mal vorhanden ist, während man mit Asensio, Vázquez und Co. am Flügel noch weitere Alternativen hat. Es könnte also auf ein „Stammplatz-Duell“ zwischen Isco und Bale hinauslaufen. Oder muss es das gar nicht?

Gibt es eine Lösung, die alle zufrieden stellt?

Eine schwierige Frage. Zidane hat absolut bewiesen, dass er mit Rotationen sehr viele Spieler zufrieden stellen kann. Doch ist das bei dieser geballten Masse an Qualität noch möglich? Könnte man, eventuell unter Miteinbeziehung von Benzema, allen genügend Zeit am Platz geben? Unmöglich scheint es nicht, aber äußerst schwierig. Bale kam als teuerster Transfer der Geschichte und gestandener Star. Eine Stammplatz-Garantie im Vertrag ist wohl nicht auszuschließen. Isco hat in dieser Saison aber wohl den absoluten Durchbruch geschafft und kann sich ob seines Potenzials schlicht nicht mehr mit einer Rolle begnügen, die von Ausfällen abhängig ist.

Die Vertragsverlängerung von Isco führt womöglich also zu einem Dilemma. Künftig hätte man einen Mann mehr, der wohl nicht nur verdient wie ein Superstar, sondern auch die Minuten eines solchen im Vertrag geregelt haben könnte. Noch ist natürlich nichts offiziell. Trotzdem scheint schon jetzt klar, dass dieses Thema eines der wichtigsten in der Vorbereitung auf die nächste Saison sein könnte.

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portero
Mitglied

Ich schätze, dass man sich da keine allzu großen Sorgen machen muss, was diese Thematik angeht.

Bales Ausfallzeiten verlängern sich Jahr für Jahr immer weiter und weiter und es gibt keinen Anhaltspunkt daran zu glauben, dass sich daran irgendetwas ändern wird. Von daher wird man sich im Bezug auf Isco keine Sorgen machen. Einsatzzeiten, sofern er als Ersatz Nr. 1 geplant ist, wird er zwangsläufig mehr als genug bekommen.

Edit: Aus irgendwelchen Gründen kann ich dir keine Artikelbewertung da lassen, weshalb ich es nun in Schriftform erwähnen will, dass es mal wieder ein sehr gelungener Artikel von dir ist, Dom.