Erst kürzlich haben wir uns auf EquipoBlanco zu den aktuellen Berichten rund um Cristiano Ronaldo geäußert. 81 Prozent der „AS“-Online-Leser haben sinngemäß bei einer Umfrage gestimmt „Ich habe keine Ahnung, warum Cristiano so handelt“. Der Weltfußballer schweigt vorerst, wir bleiben trotzdem weiter ruhig und haben einen anderen Blickwinkel auf die Sache.

Steuerhinterziehungs-Vorwürfe schaden dem Image

Die Steuerhinterziehung von Cristiano Ronaldo ist nicht bewiesen, sondern wird lediglich untersucht. Dennoch sind bereits die Ermittlungen ein großer Schaden – nicht nur für Ronaldo selbst – sondern besonders auch für Real Madrid. Die weiße Weste gilt es in der spanischen Hauptstadt nun weiterhin astrein sauber zu halten. Das wirkt sehr schwer, wenn das größte Aushängeschild des Vereins derart unter die Räder gerät. Dass diese Meldung für die Medien ein gefundenes Fressen, ja fast schon Heroin in den Venen ist, sollte man kaum einem medienbewussten Menschen des 21. Jahrhunderts erklären müssen.

Allein das gerücht ist heroin in den venen der medien.

Die Berichte über die Steuerhinterziehung erreichen die letzen Winkel der Welt und werden auch abseits der Sportwelt mit Interesse verfolgt. Ob in den U-Bahn-Videoanzeigen oder in Tageszeitungen, die sonst mit Unterhaltung und Werbung glänzen: Überall ist Ronaldo aktuell ein Top-Thema. Real Madrid will dabei natürlich sauber aussteigen. Dabei ist zum jetzigen Zeitpunkt sogar noch völlig egal, ob Ronaldo nun der Tat schuldig ist, oder nicht. Allein die Berichterstattung über diesen möglichen Vorfall reicht aus, um einen Schaden zu hinterlassen.

Real Madrid profitiert mehr von Abgangsgerüchten

Mitten in der Zeit, in der die Medien gerade anfingen voll aufzudrehen, um alle Details, pikanten Hintergründe und sonstige unangenehme Dinge auszugraben, landete die nächste „Bombe“ rund um den Weltfußballer. Er würde ernsthaft darüber nachdenken den Verein zu verlassen. Diese zusätzliche Öl in der Stichflamme rund um die Steueraffäre multiplizierte die Berichte nochmal exponentiell. Mittlerweile hat fast jeder eine Meinung zu der Geschichte und der Kontext, er würde gehen wollen, bringt weitere Emotionalität sowohl bei seinen Gegnern als auch bei seinen Anhängern.

nebelbombe verdeckt die wahren probleme

Die eine Seite will ihn mit einem Tritt aus Spanien katapultieren und flucht auf sein schlechtes Verhalten, die anderen wirken enttäuscht und fast schon im Stich gelassen von ihrer Ikone. In Wahrheit gibt es bei den Abgangsberichten aber nur einen, der weniger verliert, als die anderen und das ist Real Madrid. Die Berichte über einen Abgang sind für Real Madrid besser zu verkraften als jene über eine Steuerhinterziehung. Der Ton in der Medienlandschaft hat sich verändert. In dieser Krise kann es auch darum gehen, sie so zu lenken, um den Schaden zu begrenzen. Ein möglicher Abgang von Ronaldo kann Real Madrid aus der Schusslinie nehmen. Die Berichte drehen sich um den Abgang und weniger um die potenzielle Affäre.

Legendenstatus muss unangetastet bleiben

Für Ronaldo selbst wird auch um sein Vermächtnis gehen. Erst vor ein paar Wochen redeten alle noch über seinen unglaublichen sportlichen Einfluss auf diese Champions League-Saison, in der er im Viertelfinale, Halbfinale und Finale treffen konnte. Er schrieb neue Geschichte in Madrid mit der Titelverteidigung der Champions League. Man könnte meinen alle sind glücklich und warten auf die nächsten Titel mit dem Weltfußballer. Die „Bombe“ um die Steueraffäre platzt und von einem Tag auf den anderen wechselt die Wahrnehmung von „Held“ auf „Schurke“.

eine legende braucht einen würdigen abgang.

Der Portugiese hat niemandem mehr etwas zu beweisen, nachdem er in Madrid eindeutig triumphierte. Wie das aber nun mal so ist mit Helden und Ikonen, ist auch der Abgang wichtig, wenn es um die Erinnerungen an einen Helden geht. Für Ronaldo wäre dieses Jahr sicher ein mögliches Abgangsjahr geworden, nachdem man die Champions League verteidigen konnte und er am Zenit zu weiteren Herausforderungen ziehen könnte – als Held, als Ikone, als wichtigster Spieler des Vereins, aber das hat sich vorerst erledigt.

Simmmmmmm👌

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Welches Image würde er haben, wenn er nun geht?

„Er ist geflohen vor der Steuerschuld!“, „Er hat uns im Stich gelassen, als es heiß wurde!“, „Er hat herumgeweint, weil der Verein ihn nicht unterstützte…“ Es ist durchaus möglich, dass Ronaldo bei den nicht so Hardcore-Ronaldo-Fans saftig an Kredit einbüßen würde. Noch ist überhaupt nicht klar, ob ein Abgang ein mögliches Szenario ist, da es bislang nur Gerüchte und kreative Federn in den Medien gibt. Setzt man sich aber mit dem Abgang auseinander, so bleibt kaum ein Szenario übrig, bei dem Ronaldo die spanische Hauptstadt diesen Sommer noch als Held und gefeierter Mann verlassen könnte – etwas, dass ihm durchaus wichtig sein dürfte.

Es bleibt daher abzuwarten, ob diese ganze Abgangs-Geschichte am Ende nicht doch einfach nur eine große Nebelbombe für die Medien war, um für Ablenkung zu Sorgen. Am Ende ist die Headline „Ronaldo geht!“ für den Verein erträglicher als „Ronaldo betrügt Staat um Millionen“ während er in einem weißen Trikot abgebildet ist. Ein Verbleib des Portugiesen würde allerdings ebenfalls nur Sinn machen, wenn er unschuldig ist. Diese wirklich wichtigen Entscheidungen, stehen allerdings noch aus.

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