Eigentlich schien die Torwart-Diskussion in diesem Sommer schon beendet zu sein, bevor sie überhaupt so Recht begann. Mit einer starken Rückrunde und der Rückendeckung der Mannschaft und von Zinédine Zidane soll sich Keylor Navas seinen Platz für die kommende Saison gesichert haben, wie „MARCA“ berichtete. Auch ein erneutes Interesse an David de Gea ist kein Thema mehr, womit das Kapitel beendet wäre. Nun drängt sich stattdessen allerdings Gianluigi Donnarumma auf und könnte die Planungen noch einmal ins Wanken bringen.

Donnarumma lehnt überraschend Vertragsverlängerung ab – und will angeblich nur zu Real Madrid

Trotz eines astronomischen Angebotes (Kapitänsbinde und 5 Millionen Euro netto pro Jahr) gab der AC Mailand bekannt, dass Donnaruma sich gegen eine Vertragsverlängerung entschieden hat. Damit wäre er im kommenden Sommer ablösefrei oder könnte noch in diesem Transferfenster für eine relativ geringe Ablösesumme wechseln. Eine große Verlockung für jeden Verein, der in naher Zukunft eine neue Nummer eins sucht. Passend dazu soll er sich auch bereits auf ein Ziel festgelegt haben.

10 Millionen Euro brutto waren Donnarumma nicht genug, um in Mailand zu bleiben.

Real Madrid und nichts anderes soll es sein, auch wenn Paris Saint-Germain vermeintlich mit einem Blankoscheck lockt. Ebenso hat auch Juventus‘ Sportdirektor bestätigt hat, dass man ein Angebot abgeben werde. Für die Königlichen könnte es theoretisch das perfekte Modell werden. Donnarumma beginnt in Rotation mit Navas bevor er sich komplett eingelebt hat und diesen dann komplett ersetzt. In diesem Szenario hätte man für über ein Jahrzehnt ausgesorgt – angenommen, dass der Italiener sich so entwickelt, wie es seine bisherigen Leistungen erhoffen lassen. Soweit der mediale Stand, denn es könnte noch ein großes Hindernis geben.

Das „große Aber“ bei Donnarumma heißt Mino Raiola

Der Berater des Italieners ist nämlich kein geringerer als der berüchtigte Mino Raiola – nur Jorge Mendes ist auf diesem Gebiet wohl ein noch größerer Name. Raiola ist dabei besonders dafür bekannt, dass er ohne Rücksicht auf Verluste das Beste für sich und seine Klienten herausholt. Mehrmals schoss er während der „Pogba-Saga“ gegen Real Madrid und soll auch einer der Gründe gewesen sein, wieso der Franzose schlussendlich nicht in der spanischen Hauptstadt landete.

Mit Raiola sind Probleme bei zukünftigen Verhandlungen vorprogrammiert.

Real Madrid müsste mindestens 11 bis 12 Millionen Euro brutto pro Jahr zahlen, um das Mailänder Angebot zu überbieten. Das ist mehr als Luka Modric, James Rodríguez, Toni Kroos oder auch David de Gea in ihren geleakten Verträgen zu stehen hatten. Donnarumma würde als Teenager des Gehaltsgefüge komplett sprengen und alleine damit für Unruhe sorgen. Zusätzlich ist zu erwarten, dass zukünftige Vertragsverlängerungen oder gar Wechselwünsche immer ein großes Thema sein werden.

Juventus Turin (Pogba) und der BVB (Mkhitaryan) können ein Lied davon singen. Marek Hamsik entließ Raiola, weil er in Neapel bleiben wollte, während Arsene Wenger aus Prinzip keine Spieler des Italieners (oder von Mendes) verpflichtet. Diese Präzedenzfälle lassen erahnen: Entweder man erträgt Raiola oder man muss ihn loswerden.

Sportlich ideal, aber finanziell und zwischenmenschlich fragwürdig

Zusammenfassend wäre Donnarumma rein sportlich wohl tatsächlich ein idealer Nachfolger für Navas. Nach Iker Casillas hätte man endlich wieder einen Weltklassemann, der eine Ära prägen könnte. Auch finanziell klingt eine Ablöse oder Handgeld von 20 bis 30 Millionen Euro zunächst attraktiv. Allerdings sind die Gehaltsvorstellungen dafür exorbitant – und mit Raiola als Berater werden sie nur weiter wachsen.

Zudem soll Donnarumma auch vor Raiola schon fragwürdige Entscheidungen getroffen haben. Wie ein Verantwortlicher von Inter Mailand erzählte, habe man über Jahre den jungen Keeper beobachtet und dann bis auf einen Tag vor der Unterschrift alles geklärt. Der damals 14-jährige entschied sich jedoch plötzlich stattdessen für Milan. Schlussendlich darf man nämlich auch nicht vergessen, dass ein Berater immer nur die Interessen des Klienten vertritt. Donnarumma hätte genauso gut wie Hamsik handeln und die Reißleine ziehen können. Die Schuld für seine Entscheidungen lässt sich somit nicht komplett auf Raiola abwälzen und stellt ihn selbst ebenfalls in ein schlechtes Licht.

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