Die portugiesische Zeitung „A Bola“ hat diesen Morgen eine absolute Bombe platzen lassen. Laut dieser soll Cristiano Ronaldo nach seinem Einsatz beim Confederations Cup für Portugal nicht mehr nach Madrid zurückkehren wollen und den Verein verlassen wollen. Die Anschuldigungen zur Steuerhinterziehung sollen der ausschlaggebende Knackpunkt gewesen sein. Von einer „unumgänglichen“ Entscheidung wird bereits geschrieben.

Seither wird man mit Überschriften und Meldungen rund um dieses „schockierende“ Thema regelrecht bombardiert. Doch muss der Madridismo wirklich um sein wohl größtes Aushängeschild bangen? Wir haben uns die Berichterstattung genauer unter die Lupe genommen und analysieren weitere Faktoren rund um die „Causa Cristiano“.

„A Bola“ als Ausgangspunkt – „MARCA“ legt etwas gemildert nach

Der Ausgangspunkt aller Berichte ist das portugiesische Sportblatt „A Bola“. Diese Zeitung als „seriöse“ Quelle zu bezeichnen, wäre wohl als übertrieben zu bezeichnen. Der vollkommene Wahrheitsgehalt der Thematik ist somit zumindest zu hinterfragen. Die Tageszeitungen „AS“ und „MARCA“ betonen in ihren Artikeln zu der Thematik auffallend häufig, dass sich die Informationen dieser Meldungen auf das portugiesische Medium beziehen. Allerdings betont die „MARCA“ in gemildeter Ausdrucksweise, dass die „Beschwerden“ seitens Ronaldo laut ihren Kontakten „ernsthaft seien“.

Was Sind nun die angeblichen Gründe für die Wechselabsichten?

Hier werden die Anschuldigungen zur Steuerhinterziehung von Cristiano Ronaldo als zentraler Ausgangspunkt genannt. Zunächst fühle sich der Superstar vom Land und der Justizbehörde Spaniens „ungerecht behandelt“ und reagiere sowohl überrascht, als auch empört über diese Meldungen. Der Spieler selbst zahle seine Steuern wie jeder andere auch und soll sich dies vom Land Spanien nicht länger gefallen lassen wollen. Als weiterer Grund wird die nicht ausreichende Unterstützung seitens Real Madrid genannt.

Diese erscheint öffentlich zumindest überraschend, da der Verein keine 24 Stunden nach der Veröffentlichung der Berichte über die Steuerhinterziehung, eine öffentliche Meldung zur hundert prozentigen Rückendeckung Ronaldos herausgegeben hat. Hier könnte jedoch die Meldung von „El Confidencial“ ins Spiel kommen. Laut dieser habe Real Madrid die großen, spanischen Medien schriftlich darum gebeten, die königliche Nummer 7 bei Berichten um diese Thematik nicht im Trikot Real Madrids abzubilden. Außerdem soll das Wort „Fraude“, also „Hinterziehung“ optisch so weit weg vom Spieler wie nur möglich sein.

Doch ist die Entscheidung des Superstars aus diesen Gründen tatsächlich endgültig gefallen?

Sometimes the best answer it's to be quiet 🇵🇹

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An Berichten scheint etwas dran zu sein – jedoch wohl nichts „unumgängliches“

Betrachtet man die wichtigsten Berichte rund um die „Causa Cristiano“, so kommt man wohl zur Erkenntnis, dass man diese nicht mit einem Achselzucken behandeln sollte, jedoch auch nicht direkt in Panik oder ähnliche Zustände verfallen muss. Zum Einen ist noch absolut unklar, was die Ermittlungen zur Steuerhinterziehung tatsächlich ergeben. Der Spieler und sein Management zeigen sich selbstbewusst, dass hierbei alles mit rechten Dingen vonstatten ging. Zum anderen beruft sich eigentlich die komplette Berichterstattung auf die Meldung einer einzelnen Quelle, bei der es nicht unmöglich erscheint, dass das Thema bewusst dramatischer dargestellt wird, als es tatsächlich ist.

Aus den lokalen Zeitungen aus Madrid ist ein deutlich gemildertes Bild abzulesen. Die Meldung der „MARCA“, dass es sich um „ernste Beschwerden“ handelt, erscheint dabei als guter Anhaltspunkt. Hier ist nämlich nicht die Rede davon, dass der Superstar aufgrund der Beschwerden wirklich gehen will. Diese Meldungen beziehen sich auch dort immer nur auf „A Bola“ und sind somit wohl nicht in Stein gemeißelt. Aufgrund der optimistischen Sicht des CR7-Managements wäre es absolut verständlich, dass der Umgang mit dem Superstar aktuell als „nicht akzeptabel“ angesehen werden kann und man sich gegenüber Verein und Justizbehörde entrüstet zeigt. Dies mit einem Abgang in Verbindung zu bringen, wäre jedoch wohl weit aus dem Fenster gelehnt.

Bislang perfektes Verhältnis zwischen Spieler und Verein

Denn bislang war das Verhältnis zwischen Real Madrid – rund um Präsident Florentino Pérez – und dem Weltfußballer mehr als positiv. Ein Vertrag bis 2021 wurde mit dem Ziel unterschrieben, noch darüber hinaus für diesen Verein zu spielen. Plötzlich soll dies alles umgeschlagen haben? Dies ist schwer zu glauben. Auch wenn es bezüglich des öffentlichen Umgangs mit dem Thema Differenzen geben sollte, so scheint es keinesfalls unmöglich, dass man diese nicht aussprechen könne. Wobei der Verein in der so wirtschaftlich dominierten Welt des Fußballs natürlich sein Image wahren will und vielleicht auch muss. Dies könnte zu Schwierigkeiten führen, ist aber aktuell reine Spekulation.

Wechsel ins Ausland scheint wenige Dinge zu lösen

Eine zentrale Frage zu diesem Thema scheint relativ schwer beantwortbar zu sein. Nämlich was ein Wechsel ins Ausland denn überhaupt lösen soll. Die Auseinandersetzung mit dem Thema in Spanien bleibt auch dann noch bestehen, nur dass man dies ohne eine mögliche Hilfe und dem Beistand Real Madrids machen müsste. Ob ein Verein überhaupt bereit ist, einen Spieler holen zu wollen, dem – ohne dies zu erwarten – eine Gefängnisstrafe drohen könnte, ist das nächste Thema. Zumal das Preisschild für Cristiano Ronaldo wohl nicht gerade klein sein würde.

Aktuell wirkt es eher so, als ob sich der Spieler mehr Unterstützung vom Verein in dieser Sache erwarte und hier eventuell auch die Medien nutzte, um dies zu verdeutlichen. Ein Transfer vor Verkündigung der Untersuchungsergebnisse wäre schon sehr überraschend. Genauso wie eine „unumgängliche“ Entscheidung seitens des vierfachen Champions-League Siegers. Spekulationen um mögliche Abnehmer dienen derzeit somit nur einzelnen Berichterstattern, um die Leserschaft anzukurbeln. Bis auf Weiteres ist es somit wohl am besten, die Fassung zu bewahren und am Boden zu bleiben. Calma, Calma!

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Gut zusammengefasst und eigentlich auch viele meiner Gedanken dazu getroffen. Weiter so !