Dienstags-Kommentar || In unseren Dienstags-Kommentaren beschäftigt sich zu Beginn einer jeden Woche einer der EquipoBlanco-Redakteure mit einem Thema, das den Madridismo beschäftigt und gibt seine eigene Sichtweise dazu ab.

Er ackert, er kämpft und er schießt Tore. Was will man mehr von einem Stürmer? Álvaro Morata kann mit seinem Spiel nicht jeden Madridista überzeugen und dennoch gibt es wenige, die nicht anerkennen werden, dass man mit dem Spanier ein Juwel als Ersatzmann für Karim Benzema in seinen Reihen hat. Die Entwicklung von Morata ist dabei eigentlich jene eines angehenden Stammspielers. Es ist daher Zeit für den nächsten Schritt.

Morata in der Castilla ein Schlüsselspieler…

Die Jugendabteilungen liefen für Morata ideal. Zuerst ballerte er in der Juvenil A sein Team zu Titeln, bevor er der Castilla zum Aufstieg in die zweite Liga verhalf. Er galt mit Carvajal und Jesé als größtes Talent der letzten Jahre. Sein Weg sollte demnach schnell weiter nach oben gehen.

… unter Mourinho Debütant und mit Ancelotti in der A-Mannschaft

Das Debüt unter Mourinho im Dezember 2010 und die Nominierung für die USA-Reise in der Vorbereitung waren der erste Ritterschlag für Morata. Unter Ancelotti gelang dann sogar der Sprung von der Castilla in die A-Mannschaft, ein Status, den aktuell Mariano genießt. Die Dynamik, der Laufwille, das Pressing und die Variabilität von Morata wurden schnell klar. Doch die Schwierigkeiten in Madrid einen offensiven Eigenbauspieler zu integrieren – unter all den Topstars – war schnell ein zu großes Problem für den jungen Mann, der in Madrid geboren ist.

Juventus schliff den Diamaten

Der Umweg über Juventus sollte den Spanier endlich zu einer großen Nummer machen. In Madrid ist es kaum möglich sich einen Namen zu machen, wenn man aus der Castilla kommt und Offensivspieler ist. Seit jeher wirkt es in der Hauptstadt so, dass man erst von außen kommen muss, um als großer Spieler wahrgenommen zu werden. Nicht selten suchen daher gute Talente den Weg ins Ausland, machen sich einen Namen, um anschließend von den Fans zurück gewünscht zu werden.

So auch bei Morata, der in Italien den nächsten Schritt ging und gegen aller Erwartungen dort mit der Nummer neun am Rücken auf Torejagd ging. Seine Werte von 15 Toren in 46 Spielen in der ersten und 12 Tore in 47 Spielen in der zweiten Saison zeigten, dass hier ein junger Knipser in der Entwicklung ist. Immerhin ist es kein einfaches sich in Turin durchzusetzen. Im Halbfinale der Champions League traf er zudem zwei Mal gegen seine alte Liebe aus Madrid und auch im Finale gegen Barcelona konnte er treffen. Beweise für seine Qualität – auch in großen Spielen.

Campeones!!! 🏆⚽️🇮🇹 #timcup #forzajuve #am9

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Rückschritt: Rotationsspieler in Madrid

Der aktuelle Schritt ist ein Rückschritt in der Karriere von Morata, nachdem er in Champions League-Finals spielte und vier Titel in Turin gewann mit der Nummer 9 am Rücken. Gemeinsam mit Dybala wäre er die Zukunft der alten Dame gewesen. Zurück in Madrid ist er unter Zidane ein wichtiger Rotationsspieler. Aus der Copa schied man jedoch relativ früh aus, bereits sieben Mal ließ Zidane Morata in der Liga komplett auf der Bank sitzen und auch seit dem Viertelfinale der Champions League erhielt Morata im größten Bewerb keine Minute mehr. Weder gegen Bayern München noch gegen Atlético wurde er benötigt.

Obwohl Morata mit 20 Toren und 6 Assists (26 Scorerpunkte) in 41 Partien seine bislang beste Saison spielt – und das bei so wenigen Minuten auf seinem Konto – wirkt es aktuell nicht so, als könne der Rückschritt zu Real Madrid, trotz guter Leistung zu einem Fortschritt in seiner Karriere werden. Dabei stehen alle Zeichen auf Umbruch.

Stammspieler in Madrid – wieso nicht?

Es wirkt als wäre der Madrilene bereit für den nächsten Schritt. Es ist ein Punkt in seiner Karriere, wo er bei einem guten Verein eine tragende Rolle übernehmen kann und will. Ein Spieler von diesem Potenzial muss nun auch herausfinden, ob er dies konstant abrufen kann. Gerade in Madrid scheint ihm das Spiel noch mehr zu liegen als in Turin. Mit seinen Qualitäten im Pressing, der großen Statur – ideal für ein Flügelspiel von außen – könnte man fast fragen: „Worauf wartest du Zizou?“.

Auch sein Konkurrent Karim Benzema durchlebt momentan eine seiner schwierigsten Phasen. Der Franzose gilt als unglaublich kreativ und fußballerisch hochtalentiert. Die Konstanz in seinen Leistungen lässt er aber seit seiner Ankunft in Madrid vermissen. Natürlich muss der Verein seinen Spielern auch in solchen Phasen die Treue halten. In der Saison 2016/17 Benzema Stammspieler und hat es auch verdient so behandelt zu werden. Doch die Saison ist auch mal vorbei. Dann muss die Situation neu evaluiert werden.

De vuelta en casa! Un día espectacular e inolvidable!! Gracias a todos #halamadrid ⚽️

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Entscheidung für die Zukunft des Vereins

Es sind die Leistungen von Morata in seinen wenigen Einsätzen, die Lust auf mehr machen. Der Franzose hat noch Vertrag bis 2019 und wird im Dezember 2017 bereits 30 Jahre alt. Es gibt viele talentierte Spieler auf der Welt, die im Sturm von Madrid auf Torejagd gehen könnten. Doch keiner von ihnen hat die Beziehung mit dem Verein hinter sich wie Álvaro Morata. Es könnte im Sommer 2017 also der Moment kommen, bei dem man sich für die nächsten Jahre in Madrid entscheiden muss. Geht Morata, wird er wohl nicht mehr zurückkehren. Will man diese Entscheidung – nach dieser guten Saison – wirklich für die nächsten Jahre tätigen? Man hat ihn bereits schon einmal an einen starken Gegner abgegeben und sah sich dann genötigt ihn zurückzuholen.

Kann man so einen „Fehler“ wirklich zwei Mal machen? Diskutiere mit uns in den Kommentaren!

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