Ist der Transfer von Theo Hernández fix? Zumindest behauptet „MARCA“, dass der Linksverteidiger am heutigen Montag den Medizincheck in Madrid absolvierte. Eigentlich unüblich, dass dieser durchgeführt wird bevor ein Wechsel offiziell gemacht ist. EquipoBlanco nimmt daher die Gerüchte rund um Theo Hernández genauer unter die Lupe und erklärt, wie man die Berichte deuten könnte.

Berater bestätigte Interesse, sprach aber von offener Entscheidung

Dass es Interesse von Seiten Real Madrids gab, stand spätestens nach den Aussagen von Berater Manuel Garcia Quilon außer Frage: „Momentan ist er keinem der beiden Vereine näher, auch wenn beide sehr interessiert sind, ist noch lange nichts entschieden. Beide sind bereit die Klausel zu bezahlen, aber wir haben uns noch nicht entschieden.“ Dennoch schien eine Einigung mit den Königlichen noch vor wenigen Tagen weit entfernt, auch wenn Theo sich bei Deportivo Alavés wohl gut mit Real Madrid-Leihspieler Marcos Llorente verstehen soll.

De vuelta a casa con @mllorente10 y con un puntito más!!!! ⚽Goazen @deportivoalaves !!!! #MLL6⃣ ➕ #TH1⃣5⃣ 👊🏻🔵⚪

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Atlético-Präsident: „Es gibt eine Regel, die jeder Klub befolgt“

In eine ähnliche Richtung ging auch Atlético-Präsident Enrique Cerezo, der dementierte, dass es mit irgendeinem Klub bereits Verhandlungen über Theo gab. Dennoch deutete er an, dass es Interessenten gibt und bestand darauf, dass man den „sauberen“ Weg über Verhandlungen mit den Rojiblancos geht: „Es gibt eine Regel, die jeder Klub befolgt. Wenn wir einen Spieler wollen, sei es auf normalen Weg oder über die Klausel, dann sprechen wir zuerst mit dem Klub und erst dann mit dem Spieler. Ich sagte immer, jeder soll dort spielen, wo es ihm gefällt. Wenn Theo bereit ist zu wechseln, dann soll er sich ein Team aussuchen.“

Macht Real Madrid ohne Atlético den Wechsel von Theo Hernández fix?

In der Vergangenheit wurde bei möglichen Wechselgerüchten zwischen den beiden Stadtrivalen immer wieder ein „Nicht-Angriffspakt“ eingeworfen, wonach beide Vereine sich darauf geeinigt hätten, keine Spieler direkt voneinander zu verpflichten. Mit Theo würde Real Madrid diesen Pakt erstmals seit 11 Jahren wieder brechen. Damals wechselte José Jurado von den Blancos ins Vicente Calderón. Die andere Richtung wählte zuletzt der aktuelle Castilla-Trainer Santiago Solari, der im Jahr 2000 ins Bernabéu wechselte.

Real Madrid verzichtete angeblich bereits wegen diesem Pakt auf Schwergewichte wie Sergio Agüero oder Radamel Falcao.

Dementsprechend schwierig dürften also Verhandlungen mit dem Stadtrivalen für die Königlichen sein. Laut Medienberichten würde Atlético sogar für weniger Geld an den FC Barcelona oder Liverpool verkaufen. Damit könnte sich dann auch der ungewöhnliche Medizincheck erklären lassen. Real Madrid würde nämlich signalisieren, dass man im Zweifel den Weg über den Verband gehen würde und der Spieler würde seinem Wunsch Nachdruck verliehen. In diesem Fall müsste man die Ausstiegsklausel von 24 Millionen Euro lediglich beim spanischen Verband hinterlegen und hätte den Vertrag wirksam aufgelöst. Und das theoretisch ohne ein Wort mit Atlético zu wechseln.

Wohl nicht fix, aber nahe an der Vollendung

Um die Ausgangsfrage „Ist der Transfer von Theo Hernández fix?“ zu beantworten: Vorausgesetzt die Informationen von „MARCA“ stimmen, dann wäre der Wechsel beinahe in trockenen Tüchern. Mit dem Spieler selbst scheint alles klar, aber es bleibt Atlético als Verhandlungspartner. Zwar könnte man den Stadtrivalen umgehen, allerdings wäre das tatsächlich nicht die feine Art. Kombiniert mit dem Ende des „Nicht-Angriffspakts“ lässt sich daher wohl vermuten, dass man zumindest versuchen wird zu verhandeln.

Info: Zieht man tatsächlich eine Ausstiegsklausel muss der betroffene Spieler die vertraglich festgelegte Summe beim Verband hinterlegen, nicht der neue Verein. Formell löst der Spieler selbst seinen Vertrag auf und unterschreibt danach ein neues Arbeitspapier. Dadurch muss der neue Verein dem Spieler die Summe übergeben, wodurch zusätzliche Steuern anfallen. Einigt man sich hingegen mit dem alten Verein, kann man für dieselbe Summe den regulären Transfer als direkte Überweisung von Verein zu Verein durchführen und spart sich diese Extrakosten.

Das spart zum einen Steuern, die im Vergleich zu einem regulären Transfer anfallen. Zum anderen belastet es die ohnehin schwierige Beziehung zwischen den Stadtrivalen nicht noch weiter. Einen ausstehenden Wechsel würden aber wohl auch scheiternde Verhandlungen nicht mehr verhindern. Real Madrid hat im Sommer 2013 bereits bei Asier Illarramendi gezeigt, dass man im Zweifel den „unsauberen“ Weg gehen kann.

Ist für dich Theo Hernández fix bei Real Madrid? Zweifelst du an den Berichten von „MARCA“? Oder siehst du den Medizincheck als Druckmittel für die Verhandlungen? Verrate es uns hier in den Kommentaren oder in El Foro: [Zugang] Theo Hernández!

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