Wie funktioniert es? Der Trainer ist eine der wichtigsten Figuren im modernen Fußball. Der Mann an der Seitenlinie bestimmt nicht nur die Aufstellung und sorgt für eine Halbzeitansprache, er kann von der Linie aus auch diverse Nuancen verändern und sein Team neu ausrichten. Mit vorgefertigten Einstellungen nimmt er so Einfluss auf das Spielgeschehen. Wir blicken in dieser Rubrik auf die Entscheidungen und Leistungen des Trainers. Wie genau diese Werte zustande kommen findest du hier: Trainerleistungen.

Die Aufstellung – 1,33 von 2

Abwehr – 0,66 Punkte

Kiko Casilla rückt ins Tor, während auf den Außenbahnen mit Danilo und Fabio Coentrao der zweite Anzug ran muss. Im Zentrum gibt es keine Alternativen zu Sergio Ramos und Nacho, die nun einige Spiele durchbeißen müssen. Angesichts des schweren Rückspiels gegen Bayern und dem anschließenden Clásico, ist es durchaus verständlich, dass hier alle weiteren Verteidiger rotiert werden.

Mittelfeld – 0,33 Punkte

Große Experimente gibt es allerdings im Zentrum. Mit Mateo Kovacic, James Rodriguez und Isco befindet sich kein defensiver Spieler im Mittelfeld. Nominell erkennt man dadurch auch klar die B-Elf von Zinedine Zidane, der seine Stammformation um Casemiro, Toni Kroos und Luka Modric komplett für die Bayern am Dienstag schont. Besonders, da es keine echten Ersatzmänner für Casemiro und Kroos gibt, wirkt diese Umstellung vom Start weg sehr mutig – auch wenn es „nur“ gegen Sporting Gijon am Tabellenende geht. Der Kader ist nicht so aufgebaut, dass man diese Positionen nun beim Rotieren 1-zu-1 ersetzen kann. Diese Kritik ist allerdings der Kaderzusammenstellung geschuldet und nicht der Entscheidung des Trainers zum Start der Partie.

Angriff – 0,33 Punkte

Auch im Sturm ist mit Álvaro Morata, Marco Asensio und Lucas Vázquez der komplette zweite Anzug am Rasen. Was für das Zentrum gilt, gilt auch für den Sturm. Vázquez und Asensio gelten nicht als klassische Cut-Inside Stürmer auf den Außen. Die Umstellung in der Spielweise ist daher dem Kader zu verdanken. Nominell werden alle Spiele geschont, die schonbar sind. Nicht einen einzigen Stammspieler in der Offensive zu bringen, sorgte aber auch für sehr viele Abstimmungsprobleme.

Einfluss von der Linie – 4,5 von 6

Mental

Das Motivationslevel der Spieler war sehr hoch zu Beginn der Partie, da fast alle Spieler unbedingt zeigen wollten was sie drauf haben. Besonders an der Front wurden die „jungen Wilden“ von Zidane losgelassen und wirbelten wo sie konnten. In der ersten Halbzeit blieb das Team von Zidane damit bei der Maximalpunktzahl und auch in der zweiten Halbzeit zog man dann, wenn es nötig war, das Tempo an und ging in alle Zweikämpfe mit hoher Intensität.

1,5 Punkte

Das Level der Konzentration war grundsätzlich ebenfalls sehr hoch. Die Spieler wirkten fokussiert und wussten über die Wichtigkeit der Partie. Ein Punktverlust gegen Gijon könnte die Titelträume erschweren. Als Team, war es den Spielern anzusehen, dass sie wussten, welche Chance es nun für sie ist. Beim Gegentor pennte James ein wenig beim Zustellen des Gegners und es gab einige Unstimmigkeiten bei der Übergabe von Räumen und Gegenspielern. Das wirkt aber normal, da die Truppe so noch kaum auf dem Rasen stand. Den Rest der Partie zeigte das Team wieder die enorme Entschlossenheit unter Zidane, die am Ende tatsächlich noch den 3:2 Sieg einbrachte.

1,5 Punkte

Taktisch

Madrid lief mit der Formation im 4-3-3 auf, die sich wie üblich immer in ein 4-4-2 änderte, wenn die Defensive nötig wurde. Besonders über die Außen agierte man dabei immer wieder mit vielen Aktionen und zog die Spielweise von Zidane mit vielen Flanken auch ohne BBC einfach durch. Die Besonderheit begann allerdings mit dem Trio James, Asensio und Isco, die immer wieder die Mitte besetzen konnten und versuchten von dort das Spiel auf die Außen zu verlagern. In der Offensive formierte sich so oft ein 4-1-4-1 mit Kovacic als letzen Mann vor der Abwehr. Gegen Ende der Partie war dann aber noch mehr Dominanz notwendig, weshalb fraglich ist, wieso die Blancos eher in einem 4-4-2 versuchten statisch auf ein Flankenspiel zu bauen.

0,75 Punkte

Das Verhalten der Spieler war sehr ausgewogen zu erkennen. Während man in der Defensive gerade beim Gegentor verschlafen hatte, sorgte man mit einer sehr hoch stehenden Zirkulation des Balles für viel Dominanz. Die Kugel bewegte sich oft von links nach rechts über die offensive 4er-Kette der Blancos und geriet dann schnell über die Außen in den 16er. Lediglich im Umschaltverhalten, war man nicht so rigoros und nachhaltig, was aber auch von Gijon nicht immer genutzt werden konnte. Der volle Fokus auf die linke Seite nach der Einwechslung von Marcelo zeigte wie wichtig der Brasilianer im Team ist. Als Führungsspieler suchten alle seine Ideen und das Spiel verlagerte sich ungleich stark auf die linke Seite. Durch die Mitte ging dann gar nicht mehr, bis auf den fantastischen Schuss von Isco zum Sieg.

0,75 Punkte

Auswechslungen – 1,33 von 2

Wechsel 1: Marcelo <-> Fabio Coentrao (56. Min)

Nach dem 2:1 von Gijon musste Zidane reagieren und wechselte mit Marcelo direkt Offensive und Erfahrung ein.

0,66 Punkte

Wechsel 2: Mariano <-> Lucas Vázquez (70. Min)

Mit dem Wechsel wechselt Zidane auf ein 4-4-2 um und stellt neben Morata noch Mariano in den 16er, während James und Asensio die Flügel bearbeiteten.

0,66 Punkte

Wechsel 3: Mateo Kovacic <-> Casemiro (88. Min)

Um die Offensive abzusichern, kam für die letzten Minuten noch Casemiro. Unverständlich bleibt, warum Zidane den Kroaten nicht früher für Toni Kroos runter genommen hat, um noch mehr Zirkulation und Dominanz für die Offensive zu gewährleisten.

0 Punkte

Gesamtbewertung – 7,16 von 10

Sag uns deine Meinung in den Kommentaren! Wie gut fandst DU den Einfluss von Zidane in diesem Spiel? Beachte bitte, dass wir hier nicht den allgemeinen Spielstil der Blancos miteinbeziehen, sondern von Spiel zu Spiel den Trainer analysieren.

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